Alles pflanzlich, alles roh, alles gut?

Die pflanzliche Ernährung – nur noch roh oder vegan als Lösung aller Probleme?

Eine Zeit lang dachte ich, dass mensch alles roh und vegan essen sollte. In roher Nahrung ist noch der volle Vitalstoff-Gehalt, die Kerne sind keimfähig, Sprossen habe viel mehr Nährstoffe, die Fette sind nicht denaturiert. Die Kurse von Dr. Brian Clement, Franz Konz, Markus Rothkranz und vielen anderen zeigten mir, dass eine vollständig naturbelassene Nahrung, rein pflanzlich, das Nonplusultra sein müsse. Ich kaufte mir einen Hochleistungsmixer für grüne Smoothies, ein Dörrgerät für Rohkost-Cracker, eine leistungsstarke Küchenmaschine usw. und dachte, jetzt probiere ich das mal aus. Klingt alles wunderbar – schlank, schön, intelligent, konzentriert, intuitiv, sexy, ewige Jugend – alles kann man mit rein roher Nahrung erreichen.

Gartenkresse

Gartenkresse

Leider ist mir das nicht gelungen, der Praxistest hat nicht funkioniert. Ich fühlte mich einfach nicht zufrieden, knabberte Rohkost-Brot zwischen den Mahlzeiten um die Leere zu füllen. Der grüne Wildpflanzen-Saft schmeckte eher nach Medizin als als lecker und ich hatte immer Appetit auf irgendwas undefinierbares. Die Rohkost-Kuchen und Plätzchen bekamen mir nicht, ich fühlte mich nach deren Genuss genauso voll, als hätte ich ganz konventionelle Schokolade gegessen. Von sog. Essener-Brot aus gekeimtem Getreide bekam ich einen Blähbauch.

Also habe ich weitergesucht, Bücher gelesen, mich informiert. Mein Gefühl sagte mir, dass ich die pflanzliche Ernährung fortsetzen sollte, aber in Kombination mit gekochtem Getreide oder Hülsenfrüchten, Diese machten mich satt und zufrieden. Aber auch nicht immer, manchmal kamen die unbestimmten Gelüste wieder zum Vorschein, die optimale Ernährung hatte ich noch nicht gefunden. Außerdem fand ich Informationen über junge Rohköstler, die total essgestört waren und fast gar nichts mehr essen konnten und Veganer, die in jungen Jahren durch Suizid oder schwere Krankheiten gestorben sind.

Dann entdeckte ich Silke Rosenbusch und ihren Blog im Internet. Einen ganzen Abend las ich die Posts der letzten Jahre und abonnierte den Blog. Da sie viele Bücher, auch englische, liest, brachte sie mir Hinweise darauf nahe, dass viele Menschen ein gestörtes Essverhalten haben. Ich kaufte mir die von ihr empfohlenen Bücher und mir ging ein Licht nach dem anderen auf.

Die meisten Menschen in der heutigen Zeit sind süchtig nach Fett oder süchtig nach Salz oder süchtig nach Zucker oder tierischem Eiweiß, oder nach Kombinationen davon. Süchtig bedeutet, dass die Pralinenschachtel, wenn sie erst mal im heimischen Haushalt angekommen ist und offen herumsteht, auch geleert wird. Oder dass als Ersatz für Kekse Trockenfrüchte gegessen werden, die mit ihrer konzentrierten Süße fast den gleichen Schaden im menschlichen Körper  anrichten wie Zucker.

Unter dem Aspekt schaute ich genauer hin: was essen die Rohköstler und Veganer so? Die Rezepte bei youtube oder im Netz sind fast alle mit Trockenfrüchten oder vielen Samen und Nüssen. Da gibt es Torten aus Unmengen von Cashewnüssen, Käse aus Cashewnüssen, Pesto mit viel Öl auf Rohkost-Crackern aus Leinsaat, grüne Smoothies mit hohem Obstanteil oder gleich Obst-Smoothies aus einer Mischung von süßen Südfrüchten, oder Frucht-Smoothies mit Leinsamen, Mandeln, Macadamia-Nüssen gemixt. Manche Veganer/ Rohköstler nehmen kiloweise Bananen und Südfrüchte  zu sich, und das soll gesund sein? Ich kann es mir nicht vorstellen. Es bedeutet viel eher, das viele Rohköstler und Veganer ihre bestehende Sucht weiterhin ausleben und denken, sie haben jetzt den Jungbrunnen gefunden, und erst nach einigen Jahren merken, dass sie schwere Krankheiten, Zahnverfall, Abmagerung, erhöhte Cholesterinspiegel, Übergewicht, Depressionen entwickelt haben. Während sie ihre Gesundheit ruinieren, schreiben sie Bücher, wie toll es doch ist, Roh-Gourmet-Menüs zu kreieren, fett- und zuckerreiche Smoothies zu mixen,  man braucht auf nichts zu verzichten…

Aber wie kommt diese offensichtliche Differenz? Die rohe oder vegane Ernährung soll doch angeblich den natürlichen Appetit, die Nahrungsaufnahme, das Körpergewicht, die Gesundheit wieder regulieren, der Körper weiß, was er braucht. Eine Ziege, die krank ist und in der Natur herumläuft frisst genau das Kraut, welches sie wieder gesund macht. Und dicke Ziegen gibt´s in der Natur nur, wo der Mensch eingreift und Kraftfutter füttert.

Offenbar funktioniert das beim Menschen nicht immer. Wenn wir darauf konditioniert sind, unsere psychischen Problem mit Essen zu bekämpfen, tun wir das weiterhin, egal ob mit Rohkost, Mischkost, Schokolade, Pringles, Slow Food…, bis wir die wirkliche Ursache beseitigen. Viele vegane Produkte sind stark verarbeitet, zu fett, zu salzig, mit Zucker oder Agavendicksaft o.ä. aufgepeppt, um an den Geschmack der Mischkost anzuschließen. Geschmack ist Gewohnheit, das wissen auch die Hersteller veganer Produkte. Warum gibt es Fischstäbchen, Entenbrust, Schinken, Bratwurst, jede Menge Schokoriegel als vegane Nachbildung? Damit es den Umsteigern an nichts mangelt, damit sie ihre Essgewohnheiten nicht zu ändern brauchen. Denn wenn ein Sucht-Esser seine Suchtstoffe nicht bekommt, treten die Ursachen hervor und müssen bearbeitet, durch neue Gewohnheiten ersetzt werden. Wenn man den Weg geht, gibt es eine natürliche Belohnung: das Denken wird klar, die Intuition verbessert sich, Depressionen verschwinden, konzentrierte geistige Arbeit über viele Stunden ist möglich.

Dank intensiver Nachforschungen habe ich für mich den Weg gefunden und bin ihn gegangen. So hat nach fast 30 Jahren meine Suche – von der Mischkost zur vegetarischen Ernährung, über Rohkost, hin zu rein pflanzlicher und fettarmer Lebensweise – ein vorläufiges Ende gefunden.

Die Lösung: Nahrung, die frei ist von Suchtstoffen wie konzentriertem Zucker in jeder Form, Fett, tierischem Eiweiß, Bohnenkaffee, Alkohol, Nikotin. Nahrung, die auf der Grundlage von rohem und gedünstetem Gemüse, vollwertigem Getreide (kein Mehl), ein wenig Obst und wenigen Nüssen und Samen besteht, kombiniert mit Sprossen und einigen Ergänzungen ist aus meiner Sicht eine bewusste Ernährung. Sie erfordert das Lösen der unbewussten Gewohnheiten, sie macht uns die wirklichen Ursachen unserer bisherigen Ess-Gewohnheiten klar, lässt uns erkennen, wie wir zu innerer Harmonie finden. In dem wir unser körpereigenens Belohnungssystem nicht mehr permanent durch Sucht-Nahrung durcheinanderbringen, stellt sich ein neues Gleichgewicht ein. Dieses Gleichgewicht zeigt sich in Gewichtsregulierung, Appetitsteuerung und Fehlen von Appetit auf Zucker, Salz, Fett. Biochemisch passen die körpereigenen Glückshormone zu den Rezeptoren. Es führt uns dahin, dass wir auf der Arbeit oder im Supermarkt die angebotenen Kekse liegenlassen können, und uns durch die einfachste Ernährung der Welt satt und zufrieden fühlen. Es führt uns dahin, bewusst durch das Leben zu gehen.

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Weizen-Sprossen

Weizen-Sprossen,

 

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